Menschen

Sergio und Roberto Falzari

 

Sergio Falzari

 

1999 habe ich an der Universität Pisa mein Studium der Tiermedizin abgeschlossen. Erst danach habe ich verstanden, dass meine Liebe eher der Pflanzenwelt und der Erde als der Tierwelt galt, so wie es mir der Lebensstil auf dem Land mit dem täglichen Kontakt zu den Elementen zu verstehen gegeben hat. Aus diesem Grund habe ich begonnen, mich um die Landwirtschaft unseres Guts zu kümmern.

Im Laufe der Zeit hat mich die Leidenschaft für den Weinbau dazu gebracht, den gesamten Betrieb zu erneuern: von Geräten und Maschinen über den Weinkeller bis zu den Rebstöcken eines 2003 neu angelegten Weingartens von 3 Hektar. Meine spirituellen Überzeugungen wiesen mich folgerichtig zum biodynamischen Weinbau, den ich heute noch praktiziere.

Im Wein suche ich einerseits den möglichst authentischen Ausdruck der Rebsorte und des Bodens, auf der sie gewachsen ist, und bei der Weinerzeugung die persönliche, bewusste Interpretation der jeweiligen Traube und des Jahrgangs, die auch meinen Geschmack, meine Persönlichkeit und Sensibilität widerspiegeln sollen.

Inzwischen arbeite ich daran hauptsächlich mittels zweier „Experimente“: ein Sangiovese und ein sortenreiner Trebbiano Toscano, dem ich Eleganz und expressive Intensität verleihen möchte, ohne dabei den Kontakt mit Holz heranzuziehen. Seit 2003 unterstützt mich meine Lebensgefährtin Michela darin, indem sie mir, durch ihre Wahrnehmung und Intuitionen gelenkt, wertvolle Ratschläge gibt.

Meine Interessen stehen in Verbindung mit einer spirituellen Bildung bei Damanhur, insbesondere pflege ich die künstlerische Ausdrucksfähigkeit durch die Gestaltung von Skulpturen und Kreationen aus Ton und jungem Stein.

Zeichnen und Malen, Töpfern auf der Drehplatte und Bemalen der Keramik sind die anderen Leidenschaften, die ich zu entwickeln suche.

Seit jeher bin ich auch dem Segeln und Windsurfen verfallen.

 

Roberto Falzari

 

Wenn Sie auf dieser Seite gelandet sind, hat das wohl damit zu tun, dass Sie, außer Informationen zu unserem Weingut zu suchen, auch neugierig sind, wer denn dahinter steckt, wer sie erwartet, wenn Sie zu uns kommen. Also ich selbst bin Roberto und habe damit begonnen, dieser Beschäftigung nachzugehen, weil sie mir die Freiheit versprach, meine Erde zu bearbeiten, und zwar ohne feste Arbeitszeiten und den vielen Regeln, denen unsere Gesellschaft unterworfen ist. Mit 20 habe ich eine einfache Rechnung angestellt: wenn ich an jedem Tag meines Lebens nur eine Stunde damit zubringe, einen Parkplatz zu suchen oder in einem Bus oder Zug an den Arbeitsplatz zu gelangen, dann habe ich nach weiteren, sagen wir einmal, 60 Lebensjahren ca. 3 – 4 Jahre damit verbracht, und zwar so wie ich mich kenne, mit schrecklichen existentiellen Zweifeln und einem tiefen Sinn der Unnützlichkeit, die für meinen Charakter letal sind. Wie Sie vielleicht bemerkt haben, liebe ich Kosten-Nutzen-Rechnungen, die Nützlichkeit der Dinge, Strategien, Produktion, alternative Ideen und deswegen gefällt mir das Unternehmertum, und insbesondere bin ich fasziniert von Unternehmerfiguren, die Geschichte gemacht haben, indem sie die Idee der sozialen Unternehmen entwickelt haben. Unternehmen, deren Ziel nicht nur ein Einkommen ist, sondern die für ein ganz bestimmtes Gesellschaftsmodell stehen. Das Land gibt mir mit seiner Einfachheit und seinem Reichtum den Sinn, den ich im Leben suche. Ich liebe einen guten Tropfen Wein und beim Weinbau fasziniert mich die technische Kreativität, die dabei abverlangt wird, die Forschung und Suche nach neuen Lösungen, um sich auf immer wieder veränderte Gegebenheiten einzustellen. Ein guter Wein ist ein Kunstwerk, das jedes Jahr neu geschaffen wird, und zwar ab dem Zeitpunkt, wenn man entscheidet, wie die Rebstöcke beschnitten werden.
Die Wahl der Rebsorten und der Reifegrad und die Auslese der Trauben, all dies ist wie die Auswahl der Farben für ein Gemälde, kurz gesagt , für mich (für uns, an dieser Stelle kann ich das wohl sagen) ist ein guter Weinerzeuger auf seine Art und Weise ein Künstler.
Das Beschneiden der Olivenbäume ist für mich fast Meditation in Bewegung, auch wegen der Ruhe, die diese Bäume ausstrahlen. Was ich noch mag ist der Getreideanbau und Brot backen.
Im Tourismus zu arbeiten bedeutet für mich etwas durchaus positives: Leute, die Urlaub machen, sind glücklich, und das geht auch auf mich über … und ich habe Spaß daran, anderen, in diesem Fall eben meinen Gästen, das Leben – und dazu gehören die Ferien – so angenehm wie möglich zu bereiten. Ich bin gern unter Leuten und bin auch für jeden Spaß zu haben. Ich halte mich für einen Menschen, der das große Glück gehabt hat, Eltern wie die meinen zu haben, die uns eine Menge mitgegeben haben, einen Bruder wie Sergio und eine Frau wie Cristina, mit der ich dieses Abenteuer teile.
Ich möchte sie Ihnen vorstellen.
Sergio. Un uomo su cui potrei girare un film un po’ comico e un po’ di avventura.
Per certi versi il mio opposto: io parto da cosa mi posso permettere, da cosa ho in mano, lui da dove vuole arrivare, e vuole arrivare sempre molto in alto. Audace, ambizioso, con la testa sempre per aria, comico, saggio e “uomo di parola”, se dice una cosa è quella e lo sarà sempre (il dubbio è solo se si ricorderà di cosa ha detto).
È un Don Chisciotte dell’agricoltura. Tanto è radicato nella terra che sarebbe capace, se se lo mettesse in testa, di vangare un campo con un cucchiaino da caffè; vi assicuro che ne è capace.
Cristina. reine Liebe und pure Leidenschaft für das Leben in all seinen Facetten, Blumen, Pflanzen, Tiere, Kinder, Insekten, Schmetterlinge … und auch für mich natürlich. Sie ist Idealistin und liebt Dinge, die gut gemacht sind. In gewisser Weise ähnelt sie meinem Bruder. Gute Köchin und Fotografin. Mit ihr kann man sich nicht einsam fühlen.

Ahhh, was ich noch sagen wollte … ich komponiere Musik, spiele gern Risiko, ich liebe es zu fliegen, zu segeln und zu tauchen.
 

Cristina

 

Ich heiße Cristina, bin 37 Jahre alt und wurde in Bologna geboren, einer vitalen und sehr geschäftigen Stadt, wo ich 29 Jahre lang gelebt habe.cristina
Im Jahre 2002 habe ich mein Jura-Studium abgeschlossen und danach mit sehr viel Interesse und Teilnahme juristische Recherchen und Konsulenzen für Notars- und Anwaltskanzleien durchgeführt.
Im Winter 2005 bin ich nach Vinci umgezogen, um mit Roberto zusammen zu leben, und habe daraufhin begonnen, das Landleben schätzen und lieben zu lernen. Der direkte Kontakt mit der Natur und der Erde wurde für mich zu einer einzigartigen Gelegenheit, weitere Talente zu entdecken, und meinen innersten Wunsch nach einer engen Verbindung mit dem Pflanzen- und Tierweltreich zu erleben. Meine Aufmerksamkeit hat sich somit von den Gesetzen der menschlichen Tätigkeiten zu den Gesetzen der Natur verschoben.
Inzwischen widme ich meine Zeit zusammen mit Roberto der Weiterentwicklung des Agriturismo, dem Empfang der Gäste und der Pflege unserer Ferienwohnungen und des Gartens. Ich liebe die Fotografie, einer Leidenschaft, die ich dank eines Geschenks von Clementina für mich entdeckt habe. Ein großer Teil der Fotos auf den Websites von Agriturismo und unserem Landwirtschaftsbetrieb sind das Ergebnis dieser Leidenschaft.

 

Die Eltern : Sandro und Clementina

 

falzariMutter Clementina ist Vulkan, der ständig neue Kunstprojekte auswirft, wir glauben inzwischen, dass sie irgendeinen Zaubertrank getrunken hat. Mit 70 hat sie einen Gewerbeschein beantragt, eine Macramé-Werkstatt in Florenz eröffnet und fährt kreuz und quer durch Italien, um Messen und Kunsthandwerkermärkte zu besuchen, eine Kraft der Natur … langsam beginnen wir uns Sorgen um sie zu machen.

Mein Vater, ja was soll ich über ihn sagen … wie alle guten Familienväter und Heimwerker, ging er einen schönen Samstag, an dem er nicht arbeitete, in einen Baumarkt und kam mit einer Stichsäge und einigen anderen Werkzeugen, die ihm fehlten, zurück und begann mit dem Bau einer Segelyacht (12 Meter lang und aus Aluminium) ……. unter anderem.
Kurz und gut, sie haben uns dahingehend erzogen, uns keine Grenzen zu setzen, daran zu glauben, dass uns alles gelingen kann und es nicht unbedingt notwendig ist, dass wir dazu vorher einen Lehrer finden müssen.

 

Der Önologe:

Francesco Bartoletti

 
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2001 habe ich begonnen mit Sergio zusammenzuarbeiten. Gemeinsam haben wir uns einen Weg durch die Welt des Weins gebahnt, der uns dazu gebracht hat, heute eine vollständige und tiefschichtige Sicht des Weinbaus im Gebiet Vinci erreicht zu haben. Diese lange Reise, die aus Versuchen und Experimenten besteht und aufgrund immer neuer Anregungen noch nicht abgeschlossen ist, nähern Sergio und Roberto Weinen, die immer mehr Ausdruck und Verbindung zu ihrem Land sind.

Was wir in den letzten Jahren versucht haben zu erreichen, war den maximalen Ausdruck dieser Erde in die Weine zu übertragen, jeder Wein sollte dies sein und jeder Wein sollte dazu in der Lage sein. Ich bin sehr glücklich, noch heute und nach all diesen Jahren diese Sicht der Dinge und die Freundschaft mit Sergio und Roberto zu teilen.

Francesco Bartoletti

www.francescobartoletti.net

www.matura.net